Business Project Reengineering

Wie funktioniert… Business Process Reengineering?

So brechen Sie mit alten Denkmustern

Wie funktioniert… Business Process Reengineering?

Wie heißt es so schön – neues Jahr, neues Glück. Da das Glück bekanntlicherweise nicht einfach vom Himmel fällt, haben wir uns bereits Anfang 2021 mit V2MOM als Strategie-Booster beschäftigt. Nun stellen wir ein weiteres Werkzeug für moderne Unternehmensführung vor: Als Business Process Reengineering wird der Ansatz definiert, die Gesamtheit aller bestehenden Geschäftsprozesse und -aktivitäten komplett neu zu bewerten.

Das Gute an Krisen ist, dass man im Idealfall gestärkt aus dieser herausgeht – z.B. durch die schlaue Nutzung von Investitionsprämien. Auch hier begleiten wir Unternehmen dabei, ihre aktuellen Geschäftsprozesse zu hinterfragen. Beim Business Process Reengineering (BPR) besteht die zentrale Aufgabe darin, die Geschäftsprozesse grundsätzlich neu zu gestalten. Naturgemäß kommt Business Process Reengineering nicht tagtäglich zur Anwendung. Die berechtigte Frage deshalb:

Wann ist Business Process Reengineering (BRP) sinnvoll?

Durch Krisen wie etwa die COVID-19 Pandemie können Unternehmen in eine Notlage geraten, welche besondere Maßnahmen erfordert, um z.B. eine Insolvenz abzuwehren. Das BPR gilt hier als hartes Mittel und erweist sich als zielführende Methode, da der Ansatz nur das Kerngeschäft im Unternehmen belässt. Alle anderen Unternehmensprozesse und Bereiche werden auf den Prüfstand gestellt, optimiert und im Extremfall sogar aufgegeben oder ausgelagert. 

Der Fokus im klassischen BPR liegt auf der Steigerung von Kundenzufriedenheit und Qualität. Dazu kommt die Senkung der Prozesskosten als weiteres wesentliches Ziel – hierbei gilt ein ein Verbesserungsgrad von ca. 30 Prozent als Best Practice. Glücklicherweise ist es durch Informationstechnologie und Softwareunterstützung heute einfacher, die kritischen Geschäftsprozesse zu optimieren: Moderne Tools bieten smarte Analysen und Reports für eine objektive Entscheidungsgrundlage.

 

Die 4 BRP-Phasen im Detail

Als Erfinder des Business Process Reengineering (BRP) gelten die Management-Vorreiter Michael Hammer und James Champy. Sie sind es auch, die das folgende 4 Phasen-Modell geprägt haben:

  • Phase 1: Erneuerung
    Die erste Phase zielt darauf ab, alle MitarbeiterInnen und alle Abteilungen eines Unternehmens miteinzubinden. Man legt dadurch den Grundstein für weitere Phasen im Projekt. Alle Stakeholder werden geschult, sich auf den Entwicklungs- und Change-Management-Prozess einzulassen.
  • Phase 2: Revitalisierung
    Die zweite Phase versucht, die Ist-Prozesse hervorzuheben sowie wichtige Schlüsselprozesse zu bewerten. Gleichzeitig werden ungenutzte Potenziale und ein gewünschter Soll-Zustand identifiziert.

  • Phase 3: Änderung der Einstellungen
    Die dritte Phase lebt davon, dass alle Mitarbeiterinnen und betroffene Abteilungen den Change auch tatsächlich mittragen: Neue Ansichten und Methoden werden im Unternehmen etabliert.

  • Phase 4: Neustrukturierung
    In der letzten Phase kommt es zur Umsetzung der neu gestalteten Prozesse. Zusätzlich sollte die Zielerreichung fortlaufend überwacht werden, um gegebenenfalls reagieren zu können.

 

BPR Schema

Schematischer Ablauf BRP

 

Eines der am meisten referenzierten Beispiele für Business Process Reengineering stammt von Ford, einem Unternehmen der Automobilbranche. Mitten in einer schweren wirtschaftlichen Depression konnten durch den Einsatz von Digitalisierung große Einsparungen erzielt werden, womit Ford seine Wettbewerbsfähigkeit absicherte.

Allerdings gibt es im Gegensatz zur “harten” Methode Business Process Reengineering auch durchaus sanftere Ansätze, wie zum Beispiel ein Total Quality Management (TQM) oder ein Lean Management. Möchte man in einem Unternehmen „nur“ die Effizienz steigern, so muss kein 180°-Kurswechsel her. Die alternativen Methoden können meist schneller umgesetzt werden und sind auf eine hohe Kontinuität ausgerichtet. 

Willst du langfristig neue Denkweisen in deinem Unternehmen etablieren und dabei den Change aktiv mitgestalten? Dann lass uns gerne darüber sprechen!

Von digitaler Innovation über neue Marktteilnehmer bis zu globalen Megatrends: Die Versicherer müssen sich auf einen umfassenden Wandel einstellen. Sie antworten darauf mit neuen Produkten und nutzen dafür die Potenziale der digitalen Technologien. Denn digitale Ansätze ermöglichen in Zukunft effizientere Prozesse, transparentere Preisfindung und verbesserte Risikoselektion. Was sind die wichtigsten Trends, und welche Lösungswege bieten sich an?


Megatrends verändern das Umfeld


Eine Vielzahl weltweiter Entwicklungen setzt Versicherer zunehmend unter Zugzwang. Überalterung der Gesellschaft, Klimawandel und Urbanisierung. Das Verhalten der KonsumentInnen verändert sich. Neue Generationen von KundInnen wie die Millennials stellen veränderte Erwartungen an Dienstleistungen und an die Customer Experience. Zugleich ändert sich durch demographische Trends die Struktur der eigenen Workforce der Versicherungskonzerne, die ihre Beschäftigtenzahlen nach unten fahren müssen. Dabei dürfen die Versicherer aber auch nicht zu schnell vorgehen, wenn sie das Risikomanagement und andere Funktionen nicht gefährden wollen. Neue digitale Effizienzhebel sind dabei eine wertvolle Unterstützung. Der digitale „Werkzeugkoffer“ hält hierfür etliche Optionen bereit.
Die Digitalisierung ermöglicht aber auch unkonventionellen Playern, mit neuen Angeboten in den Versicherungsmarkt zu treten. Etablierte Unternehmen müssen daher äußerst wachsam sein und den neuen Marktteilnehmern am besten mit eigenen, verbesserten Geschäftsmodellen begegnen, etwa durch B2B2C-Ansätzen. Vielversprechend für Innovationen ist der aktuelle Trend zu einer immer engeren Vernetzung unterschiedlicher Sektoren. Die Entwicklung von Cross-Ecosystems schafft Verflechtungen von Unternehmen über Branchengrenzen hinweg, die Kooperationen zu beiderseitigem Nutzen ermöglichen. So können Versicherer gemeinsam mit Unternehmen aus der Healthcare-, Logistik- oder Automotivebranche innovative Produkte in ganz anderen Kundenkreisen vermarkten.

Deloitte Digital impulse!

Monatliche Trends aus Marketing, Sales & Service



    Digitale Vertriebstools


    Wenn Versicherungen die Potenziale der Digitalisierung nutzen wollen, ist der Einsatz technologischer und organisatorischer Effizienzhebel notwendig. Digitale Methoden kommen in den Kernfunktionen der Sales,- Marketing- und Serviceprozesse von Unternehmen bei der Umsetzung neuer Produkte zum Tragen, die teilweise revolutionäre Implikationen für das Geschäft haben. Zum Beispiel durch ein individuell angepasstes CRM-System, welches eine ganzheitliche 360° Sicht auf KundInnen ermöglicht. Kundendaten sind natürlich das Herzstück eines jeden modernen Versicherers. Mit innovativen Verfahren und entsprechenden Cloud-Lösungen können tiefe Einblicke in die Handlungsweisen, Bedürfnisse und Präferenzen von KundInnen gewonnen werden. Dies ermöglicht unter anderem maßgeschneiderte Angebote, personalisiertes Service sowie eine bessere Betrugsbekämpfung. Im Zusammenspiel mit CRM-Lösungen lassen sich darüber hinaus das Up- und das Cross-Selling ausbauen und dadurch kann der Abwanderung von VersicherungsnehmerInnen entgegengewirkt werden.
    Je gezielter die Kundenansprache, umso höher ist auch die Erfolgsquote beim Abschluss eines Produktes. Mit ausgefeilten Kontext und Zielgruppen-Targeting-Tools sowie Analysewerkzeugen können die Erfolgsquoten noch erheblich gesteigert werden. Auch die VersicherungsnehmerInnen profitieren. Sie erhalten passendere Informationen, welche ihren Bedürfnissen entsprechen.

    Digitale Kommunikation


    Natürlich verändert sich auch die Kommunikation in Krisenzeiten. Zwei Drittel der KundInnen wollen aktiv von ihrem Versicherer über Entwicklungen in der Coronakrise informiert werden. Auch aus einer Studie von Think with Google geht hervor, dass es insgesamt einen stetigen Anstieg an Suchanfragen zu Informationen im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie gibt. Konkrete Suchanfragen im Kontext mit Corona sind beispielsweise Kurzarbeit ArbeitnehmerInnen oder Soforthilfe.
    Bereits in einem früheren Impulse! Beitrag haben wir auf die zunehmenden Veränderungen in der Versicherungsbranche aufmerksam gemacht.

    Willst du mehr über darüber erfahren? Dann lass uns darüber sprechen.

    Quellen
    Insurer of the Future, Deloitte US, 2020
    Die digitale Krisenkommunikation der Versicherer, mediaworx, 2020
    Digitalisierung der Versicherungsbranche – die 18 Milliarden Chance, Bain & Company, 2017

     

    Wir freuen uns auf ein Gespräch!

    Jetzt kontaktieren

    Kontaktformular

    © 2021 Deloitte Consulting GmbH. All rights reserved.